{"id":1059,"date":"2021-04-23T23:54:10","date_gmt":"2021-04-23T21:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/nebenbeiblog.ch\/?p=1059"},"modified":"2021-11-07T01:21:20","modified_gmt":"2021-11-07T00:21:20","slug":"gefahren-des-gesangs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nebenbeiblog.ch\/?p=1059","title":{"rendered":"Gefahren des Gesangs"},"content":{"rendered":"<p style=\"margin-top: 0pt; margin-bottom: 8pt; font-family: 'Times New Roman'; font-size: 11.0pt;\"><span style=\"font-family: Merriweather;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Und<\/span> nochmals zur Opernwelt. Das Gefahrenpotential eines geladenen, <a href=\"https:\/\/nebenbeiblog.ch\/?p=877\">ungesicherten Karabiners<\/a>, achtlos hingeworfen auf der <span style=\"font-size: 12pt;\">Opernb\u00fchne,<\/span> ist in diesem Blog schon thematisiert worden. Aber wie ist es mit dem Gesang? Gestorben wird ja in der Oper immerzu, aber es liegt eigentlich nicht am Singen. Doch in der Oper \u00abLes contes d&#8217;Hoffmann\u00bb von Jacques Offenbach wird der Gesang selbst im dritten Akt zur Schicksalsfrage. Weil es um Leben und Tod geht, soll Antonia, Geliebte und Verlobte Hoffmanns, dem Dr\u00e4ngen ihres Vaters folgend, auf den Gesang verzichten, zu dem sie sich doch m\u00e4chtig hingezogen f\u00fchlt. Antonias Mutter n\u00e4mlich war vom Gesang geschw\u00e4cht dahingerafft worden von einer Krankheit, die auch die Tochter bedroht. Und so hat sich Antonia dem Vater und Hoffmann zuliebe f\u00fcr das h\u00e4usliche Gl\u00fcck an der Seite des Geliebten entschieden, verzichtend auf die Verheissungen von Glanz und Ruhm eines Lebens als gefeierte S\u00e4ngerin, zu dem der d\u00e4monische Arzt Miracle sie zu verf\u00fchren sucht. Doch dann h\u00f6rt sie die Stimme der Mutter aus dem Jenseits, die sie ruft, und Antonia kann nicht widerstehen noch einmal zu singen \u2013 da geschieht im Opernhaus Z\u00fcrich das Unfassbare: Es kommt zur Kollision mit dem Fl\u00fcgel. Der ist, die Szene dominierend, auf erh\u00f6htem schiefen Podest platziert, auf dem sich die Protagonisten je nach Regieanweisung bewegen. Antonia, wie gesagt durch die Stimme der Mutter in die Welt des Gesangs entr\u00fcckt, hat sich r\u00fccklings an den Fl\u00fcgel gelehnt, wie um Halt zu suchen, da setzt sich das Instrument in Bewegung, rollt auf schr\u00e4ger Ebene, schiebt Antonia vor sich her, wirft sie um, und sie st\u00fcrzt vom Podest auf den B\u00fchnenboden, w\u00e4hrend der Fl\u00fcgel b\u00fchnentechnisch sauber umkippt und auf dem Podest liegenbleibt. \u00abC\u2019est une chanson d\u2019amour\u2026 qui s\u2019envole\u2026\u00bb hat Antonia auf den Lippen, w\u00e4hrend sie ihr Leben aushaucht. Noch nie hatte ein Fl\u00fcgel in einer Oper einen st\u00e4rkeren Auftritt. Indessen ist das letzte Wort \u00fcber die Gefahr des Gesangs damit nicht gesprochen. Der Unfall w\u00e4re nicht passiert, h\u00e4tte Antonia zur Gitarre gesungen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und nochmals zur Opernwelt. Das Gefahrenpotential eines geladenen, ungesicherten Karabiners, achtlos hingeworfen auf der Opernb\u00fchne, ist in diesem Blog schon thematisiert worden. Aber wie ist es mit dem Gesang? Gestorben wird ja in der Oper immerzu, aber es liegt eigentlich nicht am Singen. 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