{"id":1100,"date":"2021-09-27T23:44:01","date_gmt":"2021-09-27T21:44:01","guid":{"rendered":"https:\/\/nebenbeiblog.ch\/?p=1100"},"modified":"2021-10-31T19:48:59","modified_gmt":"2021-10-31T17:48:59","slug":"ordnung-beim-tanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nebenbeiblog.ch\/?p=1100","title":{"rendered":"Ordnung beim Tanz"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><em>Erschienen am 21.09.1983 in der NZZ unter \u00abNebenbei notiert\u00bb<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>bl.<\/em> Unter all den Lustbarkeiten, denen sich die Menschen hinzugeben pflegen, hat das Tanzen von jeher den Argwohn des Gesetzgebers erregt. Unter Tanz ist, wie das Lexikon erl\u00e4utert, \u00abrhythmische K\u00f6rperbewegung, meist von Musik begleitet\u00bb, zu verstehen. Und der Enzyklop\u00e4de sagt dazu unter anderem auch: \u00abT. geh\u00f6rt zu den elementaren Lebens\u00e4usserungen des Menschen; er kann ohne Absicht aus der Lust an Bewegung entstehen, er kann als Gesellschaftstanz der Unterhaltung dienen, er verleiht innerem und \u00e4usserem Erleben Ausdruck.\u00bb Damit solch elementare Lebens\u00e4usserung nicht ausser Kontrolle gerate, schreibt das z\u00fcrcherische Gastwirtschaftsgesetz vor, dass \u00f6ffentliche Tanzveranstaltungen nur an acht beh\u00f6rdlich festgesetzten Tagen im Jahr allgemein zugelassen sind und sonst einer besonderen Bewilligung des Statthalters bed\u00fcrfen. Im Jahre 1982 erteilten die Statthalter\u00e4mter 1770 geb\u00fchrenpflichtige Tanzbewilligungen.<br>F\u00fcr die Eltern, oder zeitgem\u00e4sser gesagt f\u00fcr die erziehungsberechtigten Bezugspersonen, mag die Feststellung beruhigend sein, dass die heranwachsende Jugend vor der Verf\u00fchrung zu \u00f6ffentlichem Tanz gesetzlich gesch\u00fctzt ist. Denn Paragraph 97 Absatz 3 des Gastwirtschaftsgesetzes lautet kategorisch: \u00abKindern unter 16 Jahren ist der Besuch \u00f6ffentlicher Tanzveranstaltungen jeder Art untersagt.\u00bb Jugendliche, die diesbez\u00fcglich nicht unvorbereitet ins Leben treten m\u00f6chten, d\u00fcrfen immerhin schon vor dem Erreichen der Tanzm\u00fcndigkeit Tanzkurse besuchen. Das ist unbedenklich; denn die erforderliche polizeiliche Bewilligung zur Erteilung von gewerbsm\u00e4ssigem Tanzunterricht wird, wie es das Gesetz verlangt, nur an Personen mit gutem Ruf ausgestellt, und zwar nach Massgabe der Tanzlehrerverordnung vom 16. November 1944. \u00dcbrigens sind die Tanzschulen verpflichtet, einen von der Polizeidirektion festgesetzten Auszug aus dieser Verordnung \u00aban f\u00fcr die Sch\u00fcler gut sichtbarer Stelle aufzuh\u00e4ngen\u00bb. Man darf somit annehmen, dass dort, wo getanzt wird, die Welt noch in Ordnung ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Nachtrag<\/em>: <em>Mit dem neuen Gastgewerbegesetz von 1985 wurde die Reglementierung der Tanzveranstaltungen <\/em>abgeschafft, <em>und die Tanzlehrerverordnung wurde per 1. Januar 1986 aufgehoben. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erschienen am 21.09.1983 in der NZZ unter \u00abNebenbei notiert\u00bb bl. Unter all den Lustbarkeiten, denen sich die Menschen hinzugeben pflegen, hat das Tanzen von jeher den Argwohn des Gesetzgebers erregt. Unter Tanz ist, wie das Lexikon erl\u00e4utert, \u00abrhythmische K\u00f6rperbewegung, meist von Musik begleitet\u00bb, zu verstehen. 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