{"id":309,"date":"2018-07-10T00:27:58","date_gmt":"2018-07-09T22:27:58","guid":{"rendered":"https:\/\/nebenbeiblog.ch\/?p=309"},"modified":"2021-03-17T02:49:02","modified_gmt":"2021-03-17T00:49:02","slug":"die-facility-manager-kommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nebenbeiblog.ch\/?p=309","title":{"rendered":"Die Facility-Manager kommen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em>Erschienen am 21.6.1999 in der NZZ unter&nbsp;\u00abNebenbei notiert\u00bb<\/em><\/p>\n<p><em>bl.<\/em> In der Schweizer Wirtschaft zeichne sich eine starke Nachfrage nach Facility-Managern ab, und deshalb werde erstmals im Rahmen des neuen Fachhochschul-Studienganges \u00d6kotrophologie eine entsprechende Ausbildung angeboten, entnehmen wir einer Presse-Einladung. Aha. Was ist denn \u00d6kotrophologie? Es ist eine offenbar in Deutschland geschaffene Bezeichnung f\u00fcr Ern\u00e4hrungs- und Haushaltswissenschaften; man kann dort an verschiedenen Fachhochschulen bereits den Titel Dipl. oec. troph. (FH) erwerben. Es scheint ein lustiges Studium zu sein, wenigstens nach den Internet-Seiten zu urteilen, mit denen der Fachbereich pr\u00e4sentiert wird: Die Fachhochschule M\u00fcnster illustriert das mit Pieter Breughels Bauernhochzeit, die Fachhochschule Anhalt h\u00e4lt eine Wilhelm-Busch-Zeichnung bereit, mit Witwe Bolte, die gerade im Keller Sauerkohl holt, w\u00e4hrend Max und Moritz auf dem Dach durch das Kamin nach den brutzelnden H\u00fchnern angeln. Es d\u00fcrfte sich lohnen, diese Situation auch einmal \u00f6kotrophologisch aufzuarbeiten. Aber damit ist uns der Facility-Manager ja noch nicht n\u00e4hergebracht. Mit unserem Englisch, das wir eben nicht in der Primarschule gelernt haben, stehen wir am Berg: Der Ausdruck <em>facility<\/em> ist ein Sammelbegriff (soweit er nicht in der engeren Bedeutung von Leichtigkeit angewendet wird) f\u00fcr Einrichtungen, Anlagen, Systeme, Bauten, Institutionen, Dienstleistungen, kurz Dinge, die irgendwie einem bestimmten Zweck dienen, n\u00fctzlich oder hilfreich sind. Also werden die Facility Manager wohl schon etwas N\u00fctzliches in Schwung halten. Eine Autovermietung kann zu den <em>facilities<\/em> z\u00e4hlen, eine Schuhputzmaschine auch, so gut wie eine Bibliothek, ein Coiffeursalon, ein Faxger\u00e4t, eine Fachhochschule oder ein Kindergarten. An manchen Orten werden auch die gewissen \u00d6rtchen schamhaft als <em>facilities<\/em> bezeichnet &#8211; aber nur in englischsprachigen L\u00e4ndern, in denen \u00d6kotrophologie ein unbekannter Begriff ist und folglich auch kein Dipl. oec. troph. das Management \u00fcbernehmen kann. Somit ist immer noch nicht klar, was denn eigentlich ein Facility-Manager genau zu tun hat. Aber schliesslich gibt es ja eine <em>Maintenance and Facility-Management Society of Switzerland<\/em>, die bis vor kurzem noch Schweizerischer Verein f\u00fcr Instandhaltung hiess. Sie hat das Ziel, \u00abdas Fachwissen der Instandhaltung von Anlagen (Bauten, Betriebsmittel, Produktionsmittel, Infrastruktur, usw.) zu f\u00f6rdern\u00bb. Jetzt ist uns alles klar &#8211; bis auf den Unterschied zwischen <em>Maintenance<\/em> und <em>Facility-Management<\/em>. Aber der wird einem altmodischen Redaktor, der es noch nicht einmal bis zum Print Media Document Manager gebracht hat, wohl immer verborgen bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erschienen am 21.6.1999 in der NZZ unter&nbsp;\u00abNebenbei notiert\u00bb bl. 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