{"id":427,"date":"2018-07-18T02:44:20","date_gmt":"2018-07-18T00:44:20","guid":{"rendered":"https:\/\/nebenbeiblog.ch\/?p=427"},"modified":"2020-01-22T19:17:18","modified_gmt":"2020-01-22T17:17:18","slug":"verpasster-welttag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nebenbeiblog.ch\/?p=427","title":{"rendered":"Verpasster Welttag"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt habe ich doch tats\u00e4chlich den Welttag der Emojis verpasst. Die Ausrede, ich h\u00e4tte mich eben voll und ganz dem auf das gleiche Datum angesetzten Welttag der internationalen Justiz gewidmet, w\u00e4re so sehr \u00fcbertrieben, dass man es geradezu als gelogen bezeichnen k\u00f6nnte. Die Wahrheit ist, dass ich einfach zu sp\u00e4t etwas vom Emojis-Aktionstag erfahren habe, so wie mir auch am Vortag der Welttag der Schlangen entgangen ist, was vielleicht verzeihlich ist, weil wir ja gegenw\u00e4rtig in der Schweiz das Jahr des Hermelins begehen. Ich weiss nicht, wie sich Hermeline und Schlangen vertragen, aber man sollte das Hermelin nicht untersch\u00e4tzen. Sowohl Schlangen, Hermeline und Justiz sind \u00fcbrigens nicht allgemein als Emojis verf\u00fcgbar. Denn es gibt die Emoji-Welten von Apple und Google f\u00fcr die jeweiligen iOS- oder Android-Versionen, von WhatsApp, Twitter und so fort, und Windows ist ohnehin ein Sonderfall. Da dr\u00e4ngt sich ja ein Welttag zur F\u00f6rderung der Verst\u00e4ndigung geradezu auf.<br \/>\nDie Wahrheit aber ist, dass ich ein Emoji-Muffel bin. Die richtige Form des verbalen Ausdrucks zu finden ist mir Herausforderung genug. Ich schaffe das ganz ordentlich mit dem Alphabet der deutschen Sprache, bestehend aus zweimal 29 Zeichen (Gross- und Kleinbuchstaben, Umlaute inbegriffen) und einigen Satz- und Sonderzeichen. Die Sprache der Emojis aber umfasst Hunderte von Symbolen, und es werden in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden Dutzende hinzugef\u00fcgt. Und nun geht es ja nicht an, seinen Text so einfach nach Lust und Laune anzureichern mit einem Emoji, das man lustig findet. Denn da k\u00f6nnte man b\u00f6s ins Fettn\u00e4pfchen treten, wenn man etwa einen abgewandelten Smiley mit nach links herunterh\u00e4ngender Zunge verwendet, wo einer mit der Zunge rechts am Platz w\u00e4re. Fachleute weisen darauf hin, dass sehr viele Emojis falsch eingesetzt werden. Da soll ja beispielsweise die frontal pr\u00e4sentierte Faust teils als Freundschaftsangebot, teils als Kampfansage gedeutet werden k\u00f6nnen. Wem soll man da noch trauen? Es ist jedenfalls davon abzuraten, seinem Korrespondenzpartner ein Emoji an den Kopf zu werfen, ohne zu bedenken, dass er alsbald den Rechtsweg beschreiten k\u00f6nnte. Und es gibt diese Finger-Emojis, wo die Verwechslung eines Zeigefingers mit einem Mittelfinger infolge eines Tippfehlers Anlass zu \u00f6ffentlichen Unruhen und Gewaltausbr\u00fcchen gr\u00f6sseren Umfanges werden k\u00f6nnte. Das Thema Emojis und Religiosit\u00e4t w\u00e4re ein weites Feld, zu weit, um hier darauf einzugehen. Und last but not least ist da das Problem mit den sexistischen Emojis, das unvermeidlich ist, weil der Sexismus ja \u00fcberall lauert. F\u00fcr einen Welttag der Emojis fehlt es also nicht an brennenden Themen. Aber ohne mich. \ud83d\ude36<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt habe ich doch tats\u00e4chlich den Welttag der Emojis verpasst. Die Ausrede, ich h\u00e4tte mich eben voll und ganz dem auf das gleiche Datum angesetzten Welttag der internationalen Justiz gewidmet, w\u00e4re so sehr \u00fcbertrieben, dass man es geradezu als gelogen bezeichnen k\u00f6nnte. 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