{"id":537,"date":"2018-10-11T00:39:59","date_gmt":"2018-10-10T22:39:59","guid":{"rendered":"https:\/\/nebenbeiblog.ch\/?p=537"},"modified":"2020-01-22T19:01:04","modified_gmt":"2020-01-22T17:01:04","slug":"brueckenraetsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nebenbeiblog.ch\/?p=537","title":{"rendered":"Br\u00fcckenr\u00e4tsel"},"content":{"rendered":"<p>Die Geschichte ist nicht ganz neu, aber sie ist immer noch eine h\u00fcbsche Anekdote. Es geht dabei um die Brunibr\u00fccke. Wer nicht weiss, wo sich diese befindet, muss sich deswegen keine Gedanken machen. Aber solche machte sich der Abendredaktor in der Zeitung, als eine Polizeimeldung \u00fcber einen t\u00f6dlichen Unfall bei der Brunibr\u00fccke an der T\u00f6ss in Winterthur eintraf. Er h\u00e4tte gerne eine pr\u00e4zisere Ortsangabe gehabt, denn die T\u00f6ss schl\u00e4ngelt sich doch in betr\u00e4chtlicher L\u00e4nge von Sennhof im Osten bis zur T\u00f6ssallmend im Westen durch die Stadt Winterthur und um sie herum. Ein Anruf bei der Stadtpolizei Winterthur sollte Klarheit bringen. Aber das war falsch. Verfehlt war vor allem, die Frage nach der Brunibr\u00fccke mit dem Hinweis auf die Unfallmeldung zu verbinden. Denn der Diensthabende erkl\u00e4rte, dazu k\u00f6nne er nichts sagen, da die Kantonspolizei f\u00fcr den Fall zust\u00e4ndig sei. Der Redaktor versicherte, dass er gar keine Fragen zum Unfall stellen wolle, sondern nur eine Auskunft \u00fcber die \u00d6rtlichkeit w\u00fcnsche, da doch anzunehmen sei, dass man bei der Stadtpolizei Winterthur wisse, wo sich die Brunibr\u00fccke befinde. \u2012 Ja nat\u00fcrlich wisse man das, aber es handle sich jetzt eben um einen Fall der Kantonspolizei. \u2013 Wenn also dort kein Unfall passiert w\u00e4re, k\u00f6nnte er dann den Standort der Brunibr\u00fccke verraten? \u2013 Ja sicher, aber jetzt sei es eben eine Unfallsache und man solle sich doch an die Kantonspolizei wenden. Freundlicherweise nannte der Stadtpolizist dann sogar die Telefonnummer der zust\u00e4ndigen Stelle. Dort war man ohne Weiteres zur Auskunft bereit. Nur kannte der auskunftswillige Kantonspolizist die Brunibr\u00fccke nicht. Er meinte zwar, bei Sennhof, wo die Strasse nach Kyburg die T\u00f6ss kreuze, habe es doch \u00abso \u00e4 bruni Brugg\u00bb, das m\u00fcsse sie wohl sein. Von einer anderen gedeckten Holzbr\u00fccke \u00fcber die T\u00f6ss, die der Redaktor erw\u00e4hnte, wisse er nichts. So kam die Unfallmeldung eben ohne n\u00e4here Verortung der Brunibr\u00fccke in die Zeitung. Sp\u00e4tere Erkundigungen ergaben dann, dass es sich bei dieser nicht um die namenlose Br\u00fccke der Strasse von Sennhof nach Kyburg handelt, sondern um die weiter flussabw\u00e4rts gelegene gedeckte Holzbr\u00fccke, die etwa 800 Meter oberhalb der Sportanlagen des Reitplatzes die T\u00f6ss \u00fcberquert. Brunibr\u00fccke heisst sie \u00fcbrigens, weil sie 1839 im Bruni, einem Gebiet bei Pfungen, als Verbindung nach Neftenbach erbaut worden war; von dort wurde sie 1974 verschoben an den heutigen Standort. Heutzutage l\u00e4sst sie sich auch auf den verschiedenen Kartenwerken im Internet finden \u2012 nur nicht mit der Suche nach &#8222;Brunibr\u00fccke&#8220;. Die Kartografen mit ihrer Neigung zum Mundartlichen nennen sie eben &#8222;Brunibrugg&#8220;, und in der N\u00e4he befindet sich nicht der Reitplatz, sondern der &#8222;Ritplatz&#8220; \u2012 wobei uns &#8222;Riitplatz&#8220; besser gefiele.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte ist nicht ganz neu, aber sie ist immer noch eine h\u00fcbsche Anekdote. Es geht dabei um die Brunibr\u00fccke. Wer nicht weiss, wo sich diese befindet, muss sich deswegen keine Gedanken machen. 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