{"id":547,"date":"2018-11-20T00:31:40","date_gmt":"2018-11-19T22:31:40","guid":{"rendered":"https:\/\/nebenbeiblog.ch\/?p=547"},"modified":"2018-11-20T00:31:40","modified_gmt":"2018-11-19T22:31:40","slug":"sexistisches-bekenntnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nebenbeiblog.ch\/?p=547","title":{"rendered":"Sexistisches Bekenntnis"},"content":{"rendered":"<p>Zugegeben, dieser Blog ist sexistisch. Seine Texte stammen ausschliesslich von einem Mann, was ja an und f\u00fcr sich schon Verdacht erwecken muss. Offensichtlich zeigt es sich aber darin, dass der Autor sich nicht davon abbringen l\u00e4sst, ohne R\u00fccksicht auf feministische Klagen dann und wann das generische Maskulinum im Plural anzuwenden. \u00abGenerisch\u00bb bedeutet laut dem Fremdw\u00f6rterbuch von Duden:<br \/>\n<em>a) das Geschlecht oder die Gattung betreffend; <\/em><br \/>\n<em>\u00a0 \u00a0b) (Sprachwiss.) in allgemeing\u00fcltigem Sinne gebraucht.<\/em><br \/>\n\u00abGenerisch\u00bb betrifft also entweder das Geschlecht oder auch gerade nicht. Verwirrt? Dann hilft vielleicht die Erkl\u00e4rung in Wikipedia: \u00abVon einem generischen Maskulinum spricht man in der Linguistik, wenn Bezeichnungen m\u00e4nnlicher Referenten benutzt werden, um eine Allgemeinheit zu bezeichnen oder gemischtgeschlechtliche Gruppen oder Referenten, deren Geschlecht (Sexus) unbekannt oder gleichg\u00fcltig ist.\u00bb Wobei man wissen muss, dass \u00abReferent\u00bb in der Linguistik auch nicht das bedeutet, was der Laie darunter versteht. Aber das f\u00fchrt jetzt wohl zu weit. Versuchen wir es mit einfacher Sprachlehre: Jedes Nomen hat sein grammatisches Geschlecht, das auch Genus genannt wird. Es gibt deren drei, n\u00e4mlich, Ladies first: das weibliche (Femininum), das m\u00e4nnliche (Maskulinum) und das s\u00e4chliche (Neutrum). Das generische Maskulinum ist also ein generisches Genus. W\u00e4hrend Jahrhunderten galt in der Sprachwissenschaft die Auffassung, das grammatische Geschlecht (Genus) des Nomens habe nicht zwingend etwas zu tun mit dem biologischen Geschlecht (Sexus) dessen, was es bezeichnet. Lasset den Menschen, ob Mann oder Frau, Mensch sein, Maskulinum hin oder her. (Wir wollen jetzt nicht eingehen auf das generische Neutrum \u00abdas Mensch\u00bb, wie es etwa bei Gottfried Keller dort vorkommt, wo \u00abKathinka, dieses Saumensch . . .\u00bb besungen wird.) Heutzutage weiss die Sprachwissenschaft nicht mehr recht, was sie davon halten soll. Ist es nicht vielleicht oder eher sogar wahrscheinlich eine sexuelle Zumutung, wenn eine weibliche Person mit einem Nomen im Maskulinum bezeichnet wird? Jedenfalls muss jetzt mit den Begriffen \u00abgenerisches Maskulinum\u00bb und \u00abgenerisches Femininum\u00bb Klarheit geschaffen werden, dass damit nicht das biologische Geschlecht gemeint sei, was anderseits eine Vernachl\u00e4ssigung desselben impliziert. Verflixt ist vor allem das generische Maskulinum im Plural, soweit es ein Kollektiv betrifft, das Frauen und M\u00e4nner umfasst. Die M\u00e4nner sind eher geduldige Personen (generisches Femininum), aber wie ist es denn beispielsweise im Zug mit den Frauen unter den Passagieren (generisches Maskulinum) \u2013 geht denn das? Es muss. Die M\u00e4nner sollen sie einfach ohne generische Hintergedanken respektieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zugegeben, dieser Blog ist sexistisch. Seine Texte stammen ausschliesslich von einem Mann, was ja an und f\u00fcr sich schon Verdacht erwecken muss. 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