Was haben die Künstler Cuno Amiet und Robert Zünd gemeinsam? Sie haben vor kurzem und immerhin einige Zeit nach ihrem Tod das Geschlecht gewechselt bekommen. Gleich vielen andern sind sie im Kunsthaus Zürich in den Apparat der Gendersprache geraten. Und da gibt es eben Probleme um Künstler:innen und Kunstschaffende. Zu deren Entwirrung ist der schlechtestmögliche Weg gewählt worden: Jeder Künstler (m.) ist in eine Kunstschaffende (f.) verwandelt worden. Und so steht dann über einer Bildbeschreibung «Kunstschaffende: Cuno Amiet». Und das ist einfach falsch. Eine Kunstschaffende ist eine Künstlerin, ein Kunstschaffender ist ein Künstler, da hat die Gendersprache nichts daran zu ändern. Nach dem Tod sind sie übrigens nicht mehr schaffend. Da wären sie Kunstgeschaffenhabende.
