In die Luft nach oben gesprochen

Die Stabhochspringerin hat noch Luft nach oben. Einer Firma, die wieder auf Kurs kommen muss, geht es gleich. Auch die Fussball-Nationalmannschaft, eine Kantonalbank und ein Theaterfestival haben noch Luft nach oben, und nicht zu vergessen der Handel mit Indien und Europas Aktien. Überall Luft nach oben ‒ es war in der Zeitung zu lesen. Eigentlich ist es ja normal und gar nicht erwähnenswert, dass nach oben Luft ist. Eine Stabhochspringerin kümmert sich eher darum, wieviel Luft sie unter sich bringt. Die Fussballer hingegen sollten nicht den Boden unter den Füssen verlieren; doch selbst beim Hallenfussball müssen sie sich kaum Gedanken machen, dass die Luft nach oben begrenzt ist: einfach den Ball flach halten! Eine Firma hat sicher keine Luft mehr nach oben, wenn sie beerdigt ist, um es bildhaft zu sagen, aber das ist keine erwünschte Zielsetzung. Schwieriger zu beurteilen ist der Fall einer Kantonalbank: Bei welchen luftigen Geschäften ist die Luft nach oben von Bedeutung? Was das Theaterfestival betrifft, so lassen wir es einfach dort in der Luft wo es will, weil gängige Konventionen im Theater ohnehin in Frage gestellt werden. Für den Handel mit Indien indessen, soweit er per Luftfracht abgewickelt wird, gilt es auch auf genügend Luft nach unten zu achten. Bei Europas Aktien allerdings kann die Luft nach oben knapp werden, wenn sie in zu engen Tresoren gestapelt werden. Manchmal kann ein Bild ja auch anschaulich sein ‒ und dennoch falsch.

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