«Nebelspalter» und andere Trouvaillen in E-Periodica

Wer erinnert sich noch an den Namen Adolfine Pfleiderer? So hiess die aus Pfullendorf (Südweststaat) gebürtige Frau Finette Wanzenried-Pfleiderer vor ihrer Verehelichung mit einem Basler Immobilienspekulanten. Man muss sie nicht kennen. Sie war nur eine fiktive Figur des Basler Autors Hanns U. Christen in seinen Beiträgen im legendären «Nebelspalter», wo sie in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts anzutreffen war. Aber ich bin letzthin wieder auf sie gestossen, weil etwas in meiner Erinnerung anklang, als mir der Name der nicht fiktiven Stadt Pfullendorf (Baden-Württemberg) begegnete. Nur Google konnte mir helfen, führte mich stracks zur Online-Plattform E-Periodica der ETH-Bibliothek, und dort auf einen einschlägigen Text in einer «Nebelspalter»-Ausgabe aus dem Jahre 1973. Dies nur als Einstieg zu dem eigentlichen Anliegen dieses Textes, nämlich hinzuweisen auf die unglaubliche Fülle von schweizerischen Zeitschriften, die in diesem elektronischen Archiv zu finden sind unter www.e-periodica.ch. Die Navigation auf dieser Webseite ist vorbildlich einfach gestaltet, und wie die Suche funktioniert, hat man rasch herausgefunden. Satirische Zeitschriften gehören nicht zum Kernangebot einer Hochschulbibliothek, aber der Fokus der Sammlung ist im Laufe des Ausbaus vom rein wissenschaftlichen auf ein breiteres Spektrum erweitert worden. Es erstreckt sich von Archäologie bis Zivilschutz, Frauenbestrebungen und Freidenker finden sich in alphabetischer Nachbarschaft, und aktuell von besonderem Interesse könnte es sein, was vor 120 Jahren in der ersten Ausgabe des Schweizer Sportblattes den schweizerischen Fussballern mitgeteilt wurde. Ich könnte mich in Beispielen von trefflichen Funden verlieren, die alle online abrufbar sind. Aber der geschätzte Leser klicke sich doch selbst ein zur anregenden Suche auf www.e-periodica.ch. Um die Geschichte abzurunden ist aber nochmals auf Frau Finette Wanzenried-Pfleiderer zurückzukommen. Im «Nebelspalter» aus dem Jahre 1973, Heft 35/36, wird die damalige Diskussion über die Landeshymne unter dem Titel «Die Fahne hoch im Morgenrot!» beleuchtet und eine neue Hymne mit Text aus Finettes eigener Feder präsentiert. Der Vorschlag hat sich nicht durchgesetzt.

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