Gegenwärtig ist die Hochwasserlage stumpf, weil die Trockenheitssituation sich zuspitzt. Stumpfe Hochwasserlage? Wer hat denn schon so etwas gehört? Aber es muss sie ja geben, denn jedesmal, wenn von der Verschärfung einer Hochwasserlage gesprochen wird, muss man doch, selbst wenn die Lage nie ganz scharf wird, auf eine Abstumpfung hoffen. Allerdings ist am Ende der Abstumpfung von der Lage vielleicht gar nichts mehr vorhanden, so dass es tatsächlich keine stumpfen Hochwasserlagen gäbe. Aber irgend eine Situation bleibt immer. Jetzt also, im Hochsommer in unserem Teil der Welt ist die Situation trockenheitsbezogen, und sie kann sich sowohl zuspitzen als auch verschärfen. Beim Zuspitzen wird eher eine Spitze erreicht als eine Schärfe bei der Verschärfung, das ist bei Wassermangel gleich wie beim Überfluss. Um präzis zu sein sollte man allerdings nicht einfach von Mangel sprechen, sondern von einer Mangelsituation. Das ist vorteilhafter, weil man eine Situation in der Griff bekommen kann. Der Mangel selbst hat eine Neigung, sich dem Zugriff zu entziehen. Es gibt eben bei manchen Situationen Lagen, die schwierig zu beurteilen sind. Aber ein starker Regen könnte jetzt helfen. Er sollte nur nicht zu Hochwasserverhältnissen führen; das wäre lagemässig ungünstig. Man muss die Situation handhaben können, auch wenn man sie nicht in den Händen halten kann, denen sie uns nicht entgleiten sollte. Wer nun findet, dieses Blabla laufe Gefahr, sich allzu sehr zuzuspitzen, hat die Lage situativ erfasst.
