Stadtrat wandelt digital

«Die Stadt läutet den digitalen Wandel ein», verkündete vor kurzem ein Titel im «Tagblatt». Wie bitte? Der digitale Wandel hat uns schon längst überrumpelt, man muss ihn nicht mehr einläuten. Aber der Stadtrat von Zürich hatte eben just vor dem Samichlaustag seine Strategie «Smart City» veröffentlicht, bei der es darum geht, wie das Potenzial der Digitalisierung genutzt werden soll. Einer der Schwerpunkte dieser Strategie ist die «Digitale Stadt». Also ganz was Neues? Nicht wirklich: Die «Digitale Stadt» war schon Thema der «Strategien Zürich 2035», die der Stadtrat 2015 vorgelegt hatte. Bereits 2001 hatte sich der Stadtrat übrigens zu «eGovernement» bekannt (mit «e» dran ist auch «digital» drin), und 2010 hatte er den Legislaturschwerpunkt «eZürich» präsentiert. In der Arbeitswelt hatte die Digitalisierung ja schon viel früher eingesetzt. Bei der Zeitung begann sie mit dem Einzug der Computer vor vier Jahrzehnten (wenn man von den Fernschreibern absieht, die damals schon längst digital gesteuert tickten – und heute verschwunden sind). Das war noch bevor das Internet mit dem World Wide Web populär wurde, E-Mail aufkam und die Mobiltelefonie Verbreitung fand. Den digitalen Wandel der letzten zwanzig Jahre tragen wir heute sozusagen in der Jackentasche mit uns in der Form dieser Geräte mit geballter Computerleistung für die Kommunikation auf allen Kanälen, mit denen wir uns vermittels GPS und elektronischen Karten in der Welt zurechtfinden, Rat und Hilfe dank Google erlangen und uns in sozialen Netzwerken mit Selfies präsentieren können. Sollte ich einiges vergessen habe: Man findet auf jeden Fall eine App dafür. Also nehmen wir es doch gelassen, wenn in der Stadt Zürich die «Smart City» eingeläutet wird. Der Stadtrat ist auf jeden Fall bestrebt, auf der Höhe der Zeit zu sein. Das ist doch schön.

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