Äpfel-Birnen-Vergleich

Die Sache mit den Äpfeln und den Birnen ist heikel. Schon in vielen Diskussionen ist ein scheinbar treffendes Argument vom Tisch gewischt worden mit der Bemerkung: «Man kann doch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!» – Ja, warum denn nicht? Es handelt sich doch bei beiden Früchten um Kernobst, und wieso soll man sich denn nicht fragen dürfen, welche von beiden beispielsweise besser zum Käse passt? Und dem Ernährungsbewussten könnte vielleicht auch der unterschiedliche Mineraliengehalt von Äpfeln und Birnen zu denken geben. Wie kommt man denn damit zurecht, dass der Kalziumgehalt von Birnen doppelt so hoch ist wie der von Äpfeln, während es beim Natrium gerade umgekehrt ist? Gut, es gibt auch Menschen, denen es nur darauf ankommt, wie das aussieht, was der Obsthändler an Kernobst gerade im Tagesangebot hat. Auch das muss erlaubt sein. – Grundsätzlich ist es doch so, dass es keinen Sinn hat, Gleiches mit Gleichem zu vergleichen. Man möchte ja beim Vergleichen die Unterschiede herausfinden. Wenn die aber allzu gross sind, verliert das Ergebnis an Relevanz. Man kann beispielsweise auch ein Smartphone und ein Ei vergleichen: Das eine ist essbar, das andere nicht (ein wesentlicher Unterschied), es passen nicht beide gleich gut in die Westentasche, und das Smartphone hat einen Akku, während dem Ei die Energie extern zugeführt wird, beispielsweise durch einen Eierkocher. Aber diese Vergleiche bringen ja nichts, weil jemand von vornherein nicht zum Eierhändler geht, wenn er ein Smartphone kaufen will. Auf dem Obstmarkt jedoch sollte für den wertebewussten Konsumenten schon ein gründlicher Vergleich die Grundlage des Kaufentscheides für Äpfel oder Birnen sein. Keinesfalls aber sollte man Äpfel mit Birnen verwechseln. Übrigens: Wer gar kein Kernobst mag, kann ja Zwetschgen und Pflaumen vergleichen.

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