«Es steht noch nicht im Brehm. Es steht noch nicht im Meyer. Und auch im Brockhaus nicht.» So schrieb Christian Morgenstern, und er meinte damit das Nasobeem, das man aber nicht unbedingt kennen muss, obwohl es das Schicksal mit dem Kmu teilt, das auch in keinem Lexikon steht. Man darf deshalb das Kmu nicht verwechseln mit dem Gnu, dessen Existenz zoologisch gesichert ist. Das Kmu indessen gibt es gar nicht. Selbst wenn es sich zu voller Grösse erhebt und sich KMU schreibt: als einzelnes Individuum vermag es nicht zu existieren. Ja, die KMU – das ist ganz was andres: Da haben wir es mit einer Abkürzung für «kleine und mittlere Unternehmen» zu tun und nicht etwa mit der weiblichen Form von dem KMU, das es nicht gibt. Wer sagt, er führe ein KMU, der weiss nicht recht, was er tut, selbst wenn es der Verwaltungsdirektor des Klosters Einsiedeln ist, der sich laut einem Zeitungsbericht kürzlich so geäussert haben soll. Der Unternehmer muss sich schon entscheiden, ob er zu den kleinen oder den mittleren gehört, beides zugleich geht nicht. Die grösseren Schweizer Klöster, um bei dieser Branche zu bleiben, dürfen sich wirtschaftlich gesehen wohl durchaus zu den mittleren Unternehmen zählen. Aber bitte nicht abkürzen: Der Abt stehe einem MU vor würde doch etwas läppisch tönen.
